Wer wir sind und was wir machen

Der Verein Tübinger Syrienhilfe distanziert sich ausdrücklich vom Islamismus und verurteilt jede Form von islamistischem Terror aufs Schärfste.

Unsere Identität

Die Tübinger Syrienhilfe e.V. ist eine politisch und religiös neutrale Hilfsorganisation. Wir sind anerkannt als ein gemeinnütziger Verein. Gegründet wurde die Tübinger Syrienhilfe e.V. durch eine Initiative Tübinger Studenten und Berufstätiger.

Unsere Mitglieder

Zu den Mitgliedern des Vereins gehören u.a. Lehrer, Studenten, Ärzte, Dozenten an Universitäten, Rechtsanwälte und Richter.

Alle Vorstände und Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich.

Humanitäre Hilfe in Syrien

Unsere Arbeit hat sich bis Frühjahr 2015 auf die Stadt Al Mayadin im Osten Syriens fokussiert. Wegen der Besatzung durch die Terrorgruppe IS können wir dort jedoch keine Hilfe mehr leisten. Auf Grund des Krieges und der entsetzlichen Leiden, denen die Zivilbevölkerung ausgesetzt ist, können und wollen wir unsere Hilfe in Syrien nicht einstellen.
Wir haben daher beschlossen, die Einwohner von Erbin zu unterstützen. Dieser Vorort von Damaskus, der etwa 45000 Einwohner zählt, wird seit 2012 von Assads Truppen belagert. Die Stadt hat eine zivile Selbstverwaltung und wird weder vom Assad-Regime noch von den radikalen Islamisten kontrolliert.
Bis August 2016 haben wir auch die Einwohner von Darayya unterstützt, einer Stadt, die ebenfalls ein Vorort von Damaskus ist und rund 8000 Einwohner zählte. Am 28. August 2016 hat das Regime von Damaskus die Stadt Darayya übernommen. Daraufhin waren wir leider gezwungen, unsere Hilfe vor Ort abzubrechen.

Unsere Arbeitsweise

Da es seit Ende 2013 nicht mehr möglich ist, Hilfstransporte in diese Region durchzuführen, sammeln wir in Europa Geldspenden, die wir an ein lokales Hilfskomitee vor Ort überweisen. Wie schon in Al Mayadin wird unsere Hilfe auch in Erbin ausschließlich für soziale, schulische und medizinische Projekte eingesetzt (siehe "Geleistete Arbeit" und "Projekte"). Wir versichern allen Spendern und Unterstützern, dass die Spenden bei den Bedürftigen ankommen. Es werden keine Spendengelder unterschlagen oder für militärische Zwecke verwendet.

Momentan ist es unmöglich, Hilfstransporte in das Landesinnere von Syrien zu bringen. Aus diesem Grund sammeln wir zur Zeit keine Sachspenden mehr, sondern nur noch Geldspenden. Mit diesem Geld werden vor Ort die benötigten Hilfsgüter besorgt. 

Unsere Partner vor Ort

Bis Frühjahr 2015 hat die Tübinger Syrienhilfe mit einem Hilfskomitee in Al Mayadin zusammengearbeitet, das Lokale Koordinationskomitee für Soziales und Schulwesen. Dieses war seit März 2011 aktiv und hat bis 2015 kontinuierliche Arbeit vor Ort geleistet. Das Hilfskomitee bestand aus Ärzten, weiteren Fachleuten und mehreren Helfern (siehe "Projekte"). Sein Anliegen war es, den Bewohnern der Stadt und von ca. 60 Dörfern in der Umgebung humanitäre Nothilfe zu leisten. Dabei handelte es sich um über eine halbe Million Menschen, da sich – zu Beginn des Krieges – neben den ursprünglichen Bewohnern unzählige Binnenflüchtlinge in Al Mayadin niedergelassen hatten. Die Hauptarbeit des Hilfskomitees bestand in der medizinischen Betreuung und der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln (vor allem Mehl, Reis und Kindernahrung), dem Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur (Krankenhäuser, Schulgebäude, Trinkwasser- und Sanitätsanlagen…), der Unterstützung des Schulwesens sowie dem Schutz der Menschen vor Kälte.
Seit Ende 2015 setzen wir – aus den oben genannten Gründen – unsere humanitäre Hilfe in Erbin bei Damaskus fort. Um die Bevölkerung von Erbin zu unterstützen, stehen wir in dieser Stadt mit dem dortigen Lokalen Koordinationskomitee in Verbindung. Es ist ähnlich organisiert, wie dasjenige von Al Mayadin. In Darayya haben wir bis August 2016 mit dem Local Council (Stadtrat) zusammengearbeitet, deren Mitglieder auch die Hilfsaktionen leiteten.

Lokale Koordinationskomitees und Local Councils

In Syrien, so auch in Erbin (sowie bis Frühjahr 2015 in Al Mayadin und bis August 2016 in Darayya), arbeiten wir ausschliesslich mit den Local Councils (Stadträte) und Lokalen Koordinationskomitees zusammen. Den Local Councils gehören verschiedene Lokale Koordinationskomitees an. Dabei handelt es sich um Bürgerkomitees, die den Alltag in den Städten verwalten. Je nach Ortschaft sind die Lokalen Koordinationskomitees ein wenig anders organisiert. In manchen Städten gibt es mehrere Komitees, wobei jedes für einen bestimmten Fachbereich zuständig ist; z.B. eins für Lebensmittelversorgung, das andere für medizinische Versorgung, das dritte für Müllabfuhr und Hygiene, das vierte für Soziales (Kriegswaise, Kriegsflüchtlinge…) und Schulwesen. In anderen Städten wiederum gibt es nur ein Lokales Koordinationskomitee, in dem die unterschiedlichen Fachbereiche auf bestimmte Mitglieder verteilt sind.

Diagramm Local Council
Alle Mitglieder der Lokalen Koordinationskomitees arbeiten ehrenamtlich.
Die Mitglieder der Local Councils und Lokalen Koordinationskomitees streben die Errichtung einer laizistischen Demokratie in Syrien an. Sie verwerfen und verurteilen den Militarismus und jegliche Form von Terror.

Informationen und Bilder zu den bereits umgesetzten Hilfen bzw. längerfristigen Projektperspektiven finden Sie unter "Projekte" oder "Geleistete Arbeit".